Strategie / Arbeitsplan EDK
Koordination und Weiterentwicklung des Sprachenunterrichts in der Schweiz: Strategie und Arbeitsplan der EDK vom 25. März 2004
Die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) wollen den Sprachenunterricht in der obligatorischen Schule koordiniert weiterentwickeln und früher mit der Sprachförderung beginnen. Gemeinsames Ziel ist eine verstärkte Förderung der Erstsprache (lokale Landessprache) und als langfristiges Ziel das Unterrichten von zwei Fremdsprachen spätestens ab dem 3. und 5. Schuljahr für alle Schülerinnen und Schüler.
Die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren haben den Strategiebeschluss zur Weiterentwicklung des Sprachenunterrichts an ihrer Plenarversammlung vom 25. März 2004 mit 24 Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen. Die EDK spricht sich mit ihrem Beschluss deutlich aus für die Beibehaltung einer zweiten Landessprache ab Primarschulstufe (spätestens ab 5. Schuljahr) für alle Schülerinnen und Schüler. In einem mehrsprachigen Land soll eine zweite Landessprache aus staatspolitischen Gründen weiterhin zum Repertoire der früh gelernten Sprachen gehören. Die EDK unterstützt auch das Ziel, den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, Kenntnisse in weiteren Landessprachen zu entwickeln.
Der gemeinsam festgelegte Fahrplan sieht folgendes Vorgehen vor:
- Bis spätestens 2006/2007 wird die Ausgangslage angepasst: In allen Kantonen wird spätestens ab dem 5. Schuljahr eine zweite Landessprache und spätestens ab dem 7. Schuljahr Englisch für alle Schülerinnen und Schüler unterrichtet.
- Erreichung des langfristigen Ziels (zwei Fremdsprachen spätestens ab dem 3. und dem 5. Schuljahr): Spätestens ab 2010 beginnt in allen Kantonen der Unterricht einer ersten Fremdsprache im 3. Schuljahr, spätestens ab 2012 beginnt in allen Kantonen der Unterricht einer zweiten Fremdsprache im 5. Schuljahr.
Die EDK hält in ihrem Strategiebeschluss fest, dass diese Ziele nur erreicht werden können, wenn der Sprachenunterricht weiter verbessert wird und die Sprachförderung früher einsetzt. Das bedeutet Investitionen bei der Lehreraus- und -weiterbildung, didaktische Entwicklungsarbeit, wissenschaftliche Evaluationen. Bei der Realisierung des gemeinsamen Ziels wollen die Kantone verstärkt zusammenarbeiten. Auf gesamtschweizerischer Ebene wird die Zusammenarbeit folgende Bereiche betreffen:
- verbindliche Sprachenstandards festlegen (im Rahmen des Projekts HarmoS* ab 2008),
- Sprachenportfolios generalisiert einführen (ab 2005 und 2007 für die obligatorische Schule zur Verfügung stehend),
- Anforderungen an die Lehrerinnen- und Lehrerausbildung festlegen (sprachliche und didaktische Kompetenzen) (ab 2006/2007),
- den Sprachenunterricht regelmässig und landesweit evaluieren (ab 2005),
- eine nationale Agentur zur Förderung von Austauschaktivitäten einrichten, zusammen mit dem Bund (ab 2006),
- ein nationales Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit aufbauen, zusammen mit dem Bund (ab 2007/2008).
- HarmoS: EDK-Projekt zur Harmonisierung der Volksschule durch Standards und Ergänzungen des Konkordats

